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Wirtschaft

Stand vom 04.09.2010, 19:00

Beeskower protestieren gegen CO2-Endlager

Die Proteste gegen die geplante unterirdische CO2-Speicherung reißen nicht ab. In Beeskow gingen am Samstag mehr als 2000 Menschen gegen die Vattenfall-Pläne auf die Straße - gemeinsam mit der Stadtverwaltung.

Die Stadt Beeskow (Oder-Spree) wehrt sich weiter gegen ein geplantes CO2-Endlager. 

Mehr als 2000 Menschen protestierten am Samstag nach Veranstalterangaben gegen entsprechende Pläne des Energieversorgers Vattenfall. Mit Transparenten machten sie auf dem Marktplatz lautstark gegen die unterirdische Speicherstätte für Kohlendioxid (C02) mobil.

Sie folgten einem Aufruf der Bürgerinitiative "CO2-Endlager stoppen". Auch die Stadt lehnt das Vorhaben ab. Sie wehrt sich gegen die Genehmigung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, das Vattenfall die Erkundung für die unterirdische Speicherung erlaubt hat.

Gemeinden haben Rechtsmittel eingelegt

Es fehle eine Rechtsgrundlage für die Genehmigung, weil es bislang kein Gesetz zur Abtrennung und Speicherung von CO2 (CCS-Gesetz) gebe, argumentiert die Kommune. Sie sieht sich in ihren Eigentumsrechten verletzt.

Brandenburger Umweltschützer lehnen das geplante Gesetz über das Abtrennen und Verpressen von Kohlendioxid bei der Kohleverstromung ebenfalls ab. Bei einer Anhörung zum CCS-Gesetz Ende August im Berliner Bundesumweltministerium hatten mehrere Bürgerinitiativen aus der Mark protestiert. Neben der Stadt Beeskow haben mehrere Gemeinden im Oderbruch bei Neutrebbin Rechtsmittel gegen die Erlaubnis zum Erkunden der CO2-Endlager eingelegt.

Großer Besucherandrang auf der IFA

Tausende Besucher strömten auch am Samstag in die Messehallen am Berliner Funkturm: Großen Andrang gab es vor allem bei den neuen 3D-Fernsehern und internetfähigen TV-Geräten.

Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin hat sich auch am Samstag als Besucher-Magnet erwiesen. Am zweiten Publikumstag strömten erneut tausende Besucher in die Messehallen unter dem Funkturm.

Bis kommenden Mittwoch werden auf der weltgrößten Elektronikmesse rund 230.000 Besucher erwartet. Das Angebot der 1423 Aussteller aus 74 Ländern erstreckt sich über die gesamte Unterhaltungselektronik und umfasst auch Kommunikationstechnik sowie Haushaltsgeräte.

Der Publikums-Hit am Eröffnungstag waren die Fernseher mit dreidimensionalem Bild. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit setzte sich bei seinem Messe-Rundgang eine 3D-Brille auf die Nase. "Das ist schon sehr beeindruckend", sagte der SPD-Politiker und zeigte sich für die Zukunft optimistisch: "Die 3D-Technik wird sich genauso durchsetzen wie die hochauflösende TV-Bildqualität."

Internet-TV und schlaue Waschmaschinen

Ein weiterer Trend der Unterhaltungselektronik ist das gleichzeitige Nutzen von Fernsehprogramm und Internet auf einem großen Flachbildschirm. Auf dem Sofa sitzend kann mit der Fernbedienung schnell zwischen TV und Web gewechselt werden. Die Elektrogeräte-Hersteller setzen unterdessen auf "intelligente Produkte". So präsentiert ein Unternehmen eine Waschmaschine, die das Waschmittel anhand des Verschmutzungsgrads der Wäsche und der Wasserhärte selbst dosiert.

Der rbb begrüßt die IFA-Besucher

Die ARD ist in Halle 2.2 vertreten. Auf der dortigen Showbühne werden viele prominente Gäste zu sehen sein. Durch das Programm führt Ingo Hoppe von der rbb-Welle radioBerlin 88,8. Im "rbb-Kino" können Messebesucher einen Blick hinter die Kulissen werfen und erleben, wie die Fernsehnachrichten von "Abendschau" und "Brandenburg aktuell" entstehen. Zusätzlich stellen die rbb-Radioprogramme ihre Arbeit vor, Autogrammstunden finden täglich zwischen 13.00 Uhr und 18.00 Uhr statt.

Darüber hinaus präsentiert der rbb seinen neuen Teletext. Beim rbbtext HD gibt es weiterhin knappe und aktuelle Informationen, die jederzeit im Fernsehen abrufbar sind. Neu hinzu kommt die Verknüpfung mit Bildern und Videos aus dem Internet. Auf diesem Wege kann auch die rbb-Mediathek aufgerufen werden, die den Zugriff auf Fernsehbeiträge aus zwei Dutzend Sendungen ermöglicht.

Weg für Karstadt-Investor Berggruen frei

Die insolvente Warenhauskette ist gerettet. Laut Bundesarbeitsministerium hat das Vermieter-Konsortium  den geforderten Mietnachlässen für die Kaufhäuser zugestimmt. Der Weg für Investor Berggruen ist frei.

Nach monatelangem Ringen um die Zukunft von Karstadt ist die Rettung der insolventen Warenhaus-Kette perfekt. Das Amtsgericht Essen bestätigte am Freitag den Insolvenzplan des Unternehmens. Damit kann Karstadt nun das Insolvenzverfahren abschließen und schuldenfrei weitergeführt werden.

Zuvor hatten sämtliche Gläubiger des Vermieter-Konsortiums Highstreet den geforderten Mietnachlässen für die Kaufhäuser zugestimmt.  Dies war die Bedingung von Investor Nicolas Berggruen für seinen Einstieg bei Karstadt.

Gemeinsam mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg verkündete Berggruen die Rettung in der Karstadt-Filiale am Berliner Kurfürstendamm. "Karstadt steht. Karstadt wird jetzt, glaube ich, ein sehr aufregendes Leben haben", sagte Berggruen. "Ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin."

Berggruen will alle Filialen erhalten

Nach Angaben des Essener Gerichts besteht jetzt noch eine 14-tägige Beschwerdefrist, in der mögliche Verfahrensfehler beanstandet werden können. Am 1. Oktober soll dann Berggruen die Schlüsselgewalt über das Unternehmen bekommen, bei dem insgesamt rund 25.000 Menschen beschäftigt sind. Ihre Arbeitsplätze will Berggruen ebenso erhalten wie die bundesweit 120 Filialen. In Brandenburg gibt es drei Karstadt-Warenhäuser, in Berlin sind es sogar neun. Dort stießen bereits am Donnerstag einige Mitarbeiter spontan mit Sekt auf die Rettung an.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach am Freitag von einem glücklichen Tag. Er sei erleichtert, dass der Weg endlich frei sei und dass die 2500 Angestellten in den Berliner Karstadt-Filialen eine Perspektive hätten.

Berggruen will 70 Millionen Euro Eigenkapital in das Unternehmen investieren. Die Marke Karstadt soll jünger und modischer werden. Die Warenhauskette erhält mit seinem Einstieg anders als das frühere Schwesterunternehmen Quelle eine neue Chance. Dem Versandhändler blieb vor fast einem Jahr nach gescheiterten Rettungsversuchen nur die Schließung.

Studie: Brandenburgs Wirtschaft dreht auf

Brandenburg hat nach einer Studie die größte Wirtschaftsdynamik aller Bundesländer. Zwischen 2006 und 2009 entwickelte sich die Mark am besten. Berlin punktet der Analyse zufolge beim Bruttosozialprodukt.

Brandenburg hat sich laut einer Studie in den vergangenen Jahren zum dynamischsten Wirtschaftsstandort der Bundesrepublik entwickelt.

Die Mark entwickelte sich zwischen 2006 und 2009 bei Kriterien wie Arbeitslosigkeit, Schuldenstand und Bildung am besten, ergab eine am Freitag vorgestellte Analyse der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Deutlichster Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit

Brandenburg habe unter anderem mit dem deutlichsten Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit, steigenden Studentenzahlen und soliden Landesfinanzen gepunktet, hieß es zur Begründung. In der Hauptstadt Potsdam gebe es eine starke Universität und Biotechnologiefirmen.

In dem Ranking folgen die übrigen Ost-Länder Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Beim absoluten Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand führen jedoch weiterhin Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg. Berlin lag auf dem letzten Rang.

In der Untersuchung schlug sich die weltweite Konjunkturkrise 2009 nieder. Die stärker exportorientierten Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg kamen daher bei der Wirtschaftsdynamik nur auf die Ränge 10 und 16.

Berliner BIP steigt am stärksten

In Berlin stieg den Angaben zufolge das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2006 und 2009 so stark wie in keinem anderen Bundesland. In der Hauptstadt seien außerdem die meisten Hochqualifizierten tätig. Andererseits gab es dort weiter die höchste Arbeitslosigkeit.

Nach Angaben von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) kann die Stadt in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,5 Prozent rechnen. Bereits in diesem Jahr werde das reale BIP höher ausfallen als vor der Krise, sagte Wolf am Freitag. Damit könne die Berliner Wirtschaft den Rückgang um 0,7 Prozent im vergangenen Jahr "mehr als kompensieren".

Startschuss für die märkische Obsternte

Das Kernobst ist reif, und die Plantagen werden wieder zum Selbstpflücken geöffnet. Offizieller Saisonstart war am Freitag in Wesendahl bei Strausberg, wo Agrarminister Vogelsänger die ersten Früchte von den Bäumen holte.

Kurz vor Herbstbeginn ist in Brandenburg das Kernobst reif. Damit sind die Plantagen wieder für die Selbstpflücker geöffnet.

Offizieller Saisonstart war am Freitag in Wesendahl bei Strausberg (Märkisch-Oderland), wo Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) die ersten Früchte von den Bäumen holte.

Nach den Wetterkapriolen der vergangenen Monate zeichnet sich bei den Äpfeln ein deutlich geringerer Ertrag als im Vorjahr ab. Geschätzt wird, dass von den auf 1200 Hektar stehenden Bäumen rund 13.800 Tonnen gepflückt werden können. Im vergangenen Jahr waren es den Angaben zufolge fast 30.000 Tonnen.

Die geringen Erträge werden vor allem auf die Fröste im April während der Blüte sowie die anschließende Hitze mit Trockenheit zurückgeführt. In Brandenburg wird nach Angaben des Ministeriums auf rund 2800 Hektar Erwerbsobstbau betrieben. Die Nachfrage nach regionalen Produkten sei größer als das heimische Angebot.