Stand vom 05.09.2010, 06:00
Festumzug zieht Tausende nach Schwedt
Zehntausende Besucher werden am Sonntag zum Höhepunkt des Brandenburg-Tags erwartet: Ein riesiger Festumzug zieht durch die Straßen der Stadt - mit 1500 Mitwirkenden.
Der 12. Brandenburg-Tag in Schwedt strebt am Sonntag seinem Höhepunkt entgegen: Bei einem großen Festumzug wollen etwa 1500 Mitwirkende auf einem 1,2 Kilometer langen Weg durch die Gastgeberstadt ziehen.
Dabei präsentieren sich unter anderem Vereine, Initiativen und Musikgruppen aus ganz Brandenburg. Freunde alter Automobile können beim Oldtimertreffen vorbeischauen. An vielen Stellen der Stadt werden wie schon am Samstag auch Musik, Aktionen und Kulinarisches geboten.
Mit dem diesjährigen Brandenburg-Tag wird zugleich der 20. Landesgeburtstag gefeiert. Die Veranstalter rechnen bis zum Sonntagabend mit etwa 100.000 Besuchern.
Der rbb sorgt für das Bühnenprogramm
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte das Landesfest am Samstag eröffnet. Vor dem Theater gab rbb-Intendantin Dagmar Reim gemeinsam mit Platzeck den Startschuss für das bunte Bühnenprogramm. Die rbb-Landeswelle Antenne Brandenburg und die Uckermärkischen Bühnen haben ein buntes Angebot für die ganze Familie zusammengestellt.
Das rbb Fernsehen das ganze Wochenende über von dem Landesfest mit zahlreichen Liveübertragungen und Berichten.
Jüdische Mikwe als Museum neu eröffnet
Zugleich wurde das restaurierte jüdische Ritualbad in Schwedt neu eröffnet. Das Gebäude-Ensemble aus Mikwe und Synagogendienerhaus aus dem 19. Jahrhundert gilt als einzigartiges Zeugnis jüdischer Kultur in Brandenburg. Es wurde 2008 und 2009 für rund 470.000 Euro restauriert.
Im Synagogendienerhaus ist nach Angaben der Stadt künftig eine Ausstellung über jüdische Alltags- und Sakralkultur zu sehen. In der Mikwe werde die jüdische Tradition der rituellen Reinheit erlebbar gemacht. Dazu wurde das Bad den Anagben zufolge mit historischem Zubehör ausgestattet, das die traditionellen Reinigungsregeln veranschaulichen soll.
Das Ritualbad mit einem Badehaus aus unverputztem Ziegelmauerwerk wurde zwischen 1869 und 1871 errichtet, die Mikwe besteht aus einem runden Brunnenschacht mit einer Kuppel. Beide sind vermutlich die einzigen erhaltenen historischen Bauten ihrer Art in Brandenburg.
Kurzer Zwischenfall mit Rechten
Die Eröffnung des Brandenburg-Tags wurde kurzzeitig von einem Auftritt einer kleinen Gruppe Rechter gestört. Sie postierten sich mit einem NPD-Plakat gegen einen "Fachkräfteimport" direkt neben der Festbühne, auf der Platzeck und das Schwedter Stadtoberhaupt Jürgen Polzehl (beide SPD) standen.
"Wir sind ein Land der Meinungsvielfalt", betonte Platzeck unter lautem Beifall der anwesenden Gäste. Bei den Landtagswahlen hätten die Einwohner Brandenburgs Nazis eine klare Absage erteilt. An die Adresse der Störer rief Platzeck: "Ihr seid im Prinzip arme Würstchen." Kurz nachdem die Gruppe aufgetaucht war, wurde sie von Sicherheitskräften zurückgedrängt und anschließend vom Gelände geführt.
Mädchen rupfen den sorbischen Hahn
In der Niederlausitz wird am Sonntag wieder der sorbische Hahn gerupft. Bei dem alten Erntebrauch steigen diesmal nicht Jungen, sondern zwölf junge Mädchen auf Pferde.
Zwölf junge Mädchen aus Dörfern der Niederlausitz steigen am Sonntag in der Burger Amtsgemeinde Briesen aufs Pferd und "rupfen den sorbischen Hahn". Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Erntebrauch bleibe damit nicht mehr länger nur eine Domäne der jungen Burschen, teilte die Domowina im Vorfeld mit..
Beim Frauen-Hahnrupfen werde der Spieß einfach umgedreht, erklärte ein Sprecher. Die jungen Mädchen vertauschen ihre sorbische Tracht mit einer Reiterausrüstung. Dann galoppieren sie durch eine mit grünem Laub umwundene Pforte und versuchen, einem aufgehängten toten Hahn den Kopf und die Flügel abzureißen. Die Burschen müssen unterdessen in die Tracht schlüpfen und die Rolle der ansonsten üblichen Erntekönigin übernehmen.
Super-Hahnrupfen am 25. September
"Für uns gibt es beim Hahnrupfen keinerlei Erleichterungen", sagte die Vorjahressiegerin Fatima Sapjatzer aus dem Spreewalddorf Byhleguhre. Der Hahn (sorbisch: "kokot") hänge genauso hoch wie bei den jungen Männern.
Wer als erste den Kopf abreiße, werde Erntekönigin. Für die beiden Flügel gibt es den Titel zweite oder dritte Erntekönigin. Allerdings habe sich der Domowina-Regionalverband noch nicht dazu durchringen können, die Siegerin des Frauen-Hahnrupfens mit den siegreichen Männern gleichzustellen.
Das Super-Hahnrupfen um den Titel "König der Könige" (sorbisch: "kral kralow") der Niederlausitz findet am 25. September in Tauer bei Peitz ohne die Siegerin des Frauen-Hahnrupfens von Briesen statt. Bei dem großen Finale werden nur die diesjährigen männlichen Sieger aus den rund 30 Hahnrupf-Veranstaltungen in der Niederlausitz starten.
Nacht der Offenen Kirchen in Potsdam
Zum sechsten Mal öffnen Potsdams Gotteshäuser am Samstag bis in die Nacht. Unter dem Motto "LebensTRäume" sind in zwölf Kirchen Führungen, Kulturprogramme und Andachten zu erleben.
Der evangelische Kirchenkreis Potsdam lädt am Sonnabend zur sechsten "Nacht der offenen Kirchen" in der brandenburgischen Landeshauptstadt ein.
Unter dem Motto "LebensTRäume" öffnen zwölf Kirchen ihre Türen, darunter die katholische Peter- und Paul-Kirche und die evangelischfreikirchliche Baptistenkirche, teilte das Stadtkirchenpfarramt am Freitag in Potsdam mit.
Auf dem umfangreichen Kulturprogramm stehen unter anderem Kirchenführungen im Dunkeln, Konzerte und ein Zeitzeugengespräch über die Garnisonkirche. Erstmals werden auch geführte Touren mit Elektrofahrrädern angeboten.
Die "Nacht der offenen Kirchen" wird um 18 Uhr in der Nikolaikirche am Alten Markt eröffnet und endet um 23 Uhr mit einer Abschlussandacht in der Friedenskirche im Park Sanssouci.
Pilzsammler alle außer Lebensgefahr
Nachdem acht Pilzsammler in den vergangenen Tagen wegen Vergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert wurden, gibt es Entwarnung: Alle sind mittlerweile außer Lebensgefahr.
Alle Pilzsammler, die in den vergangenen Tagen mit Vergiftungen in die Berliner Charité eingeliefert wurden, sind außer Lebensgefahr.
Wie eine Kliniksprecherin am Samstag sagte, wird niemand mehr auf der Intensivstation behandelt. Die Patienten hatten hochgiftige Knollenblätterpilze gegessen.
Die Charité appelliert an alle Pilzsucher, bei Auftreten von Unwohlsein sofort die Experten der Gift-Informationszentrale um Rat zu fragen. Die Telefonnummer: 030 - 19240 ist rund um die Uhr besetzt.
Die Pilzsammler aus Berlin und Brandenburg im Alter von 21 bis 87 Jahren waren von vergangen Woche in die Charité gebracht worden. Sie hatten Knollenblätterpilze gegessen, die sie offenbar für Wiesenchampignons hielten.
Die Sammler hatten die Pilze in verschiedenen Gruppen bei Oranienburg (Oberhavel), Frankfurt (Oder) sowie im Spreewald gefunden.
Lange Tafel für Ehrenamtler
Die Künstlerin Isabella Mamatis hat am Samstag jene rund 200 ehrenamtlich Tätigen zusammengebracht, deren Fotos derzeit die Berliner Siegssäule schmücken. Ort der Aktion war der Gendarmenmarkt in Mitte.
Die Künstlerin Isabella Mamatis hat am Samstag bei einer Neuauflage ihrer Langen Tafel rund 200 ehrenamtlich tätige Berliner zusammengebracht. Schauplatz der Aktion war der Gendarmenmarkt in Mitte.
Die Fotos der Geehrten - unter ihnen Mamatis - sind derzeit überlebensgroß als Projekt der Hauptstadtkampagne "be berlin" an der verhüllten Siegessäule im Tiergarten zu sehen. Das Monument wird derzeit für 4,3 Millionen Euro saniert.
Die Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Mamatis veranstaltet ihre Langen Tafeln seit fünf Jahren. Die Premiere war 2006 im Kreuzberger Bergmann-Kiez, wo sie 500 Junge und Alte zum gemeinsamen Spaghettiessen um sich versammelte.
Veränderter Fahrplan auf der S1
Fahrgäste der S1 müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Seit Freitag müssen sie auf dem Bahnhof Zehlendorf umsteigen. Wie lange die Einschränkung andauert, ist noch nicht absehbar.
Nach der Beschädigung der Brücke am S-Bahnhof Zehlendorf fährt die S-Bahn-Linie S1 seit Freitag mit einem veränderten Fahrplan.
Die Bahnen verkehrten zwar wieder im Zehn-Minuten-Takt, erklärte die S-Bahn am Freitag. Aber die Fahrgäste müssen auf dem Bahnhof Zehlendorf umsteigen, weil nur ein Gleis benutzbar ist. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten.
Die Nutzer der Strecke Frohnau-Wannsee könnten deshalb auch nicht wie bisher unmittelbar in die nach Potsdam fahrenden Züge der S7 umsteigen. Die Dauer der Bauarbeiten ist laut S-Bahn noch nicht absehbar.
Unfall mit Sattelschlepper
Am Mittwoch war ein Sattelschlepper unter der Bahnbrücke am Teltower Damm stecken geblieben und hatte diese stark beschädigt. Der Lkw hatte sich am Nachmittag unter der Brücke am S-Bahnhof Zehlendorf festgefahren. Der Lastwagen hatte einen Bagger geladen, der sich in die Brücke-Kostruktion bohrte.
Es sei nicht auszuschließen, dass die Statik der Brücke beeinträchtigt worden sei, so die Bahn am Donnerstag. Durch den einseitigen Pendelverkehr wolle man die Belastung so gering wie möglich halten.